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Making of

Beim StellwerkSim herrscht im Hintergrund ein reges Treiben. Vieles bekommen die reinen Spieler gar nicht mit. Um zu verstehen, weshalb Stellwerke so lange offline sind und wieso es wichtig ist, möglichst genaue Fehlermeldungen zu erstellen, ist es wichtig zu verstehen was alles hinter den Kulissen geschieht.

Mit der Zeit hat sich im Sim ein großes Team gebildet. Jede Gruppe ist dabei ein kleines Zahnrad der gesamten Maschinerie. Weiter sollte immer bedacht werden, dass alle mitwirkenden Personen dies in ihrer Freizeit tun und andere Dinge wie Familie, Ausbildung, etc. höhere Priorität haben (sollten) als der StellwerkSim. Alle im folgenden angegebenen Zeiten sind Durchschnittswerte, berechnet ohne irgendwelche Abwesenheiten der Bearbeiter durch Urlaub, größere familiäre oder schulische Verpflichtungen, etc. Die wirklich benötigten Zeiten können also je nach dem, wieviel Zeit dem Bearbeiter zur Verfügung steht, mehr oder weniger stark vom angegebenen Wert abweichen.

Der Weg zum neuen Stellwerk

Anlagenbau

Nachdem ein Erbauer zusammen mit dem R-Admin (dies können auch ein und dieselbe Person sein) beschlossen haben, ein neues Stellwerk zu bauen, muss dieses vom R-Admin zuerst angelegt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass in einer Region nur eine bestimmte Anzahl Stellwerke unsichtbar (d.h. für Spieler nicht zugänglich) sein darf. Die Anzahl möglicher unsichtbarer Stellwerke wird dabei aus mehreren Faktoren berechnet. Z.B wie viele Stellwerke in der Region sichtbar sind, wie viele Stellwerke in allen Regionen in denen die Erbauer dieser Region bauen unsichtbar sind und einiges mehr.

Ist diese Hürde erst einmal genommen, geht es ans planen. Die Gleispläne müssen beschafft werden. Je nach Möglichkeiten des Erbauers muss mit den Plänen von Seiten wie http://www.sporenplan.nl/html_de/index.html vorlieb genommen werden, wird die Strecke persönlich befahren und dabei möglichst genau in Notizen festgehalten oder stehen vertrauliche Dokumente des Streckenbetreibers zur Verfügung. Aufbauend auf diesen Plänen wird vom Erbauer das Stellwerk aufgebaut. Ob dabei Bereiche, welche für den Betrieb im STS nicht relevant sind weggelassen werden, oder zusätzliche Gleise und Ausfahrten eingefügt werden, liegt im Ermessen des Erbauers.
Das Erstellen der Gleisbilder nimmt relativ wenig Zeit in Anspruch und kann je nach Erfahrung des Anlagen-Designer und Komplexität der Strecke schon innerhalb weniger Stunden fertiggestellt sein.

Zugserstellung

Der Teil auf dem Weg zum spielbaren Stellwerk, der wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, ist die Zugserstellung.

Wieder beginnt das Ganze mit der Planungsphase. Auf Seiten des öffentlichen Verkehrs wie http://www.deutschebahn.com müssen die Fahrpläne für alle auf der Strecke verkehrenden Züge herausgesucht werden. Bei fiktiven Regionen und Zügen, wie z. B. mehrheitlich der gesamte Güterverkehr und teilweise Museumsbahnen, müssen bereits bestehende Züge in Nachbarstellwerken gesucht und eventuell angepasst werden. Bei den in real verkehrenden Zügen mit vorhandenem Fahrplan müssen freie Fahrstrassen ausfindig gemacht werden und die fiktiven Züge möglichst ohne Konflikte mit den restlichen Zügen dazwischen geplant werden.
Ist dies mal fertiggestellt, was schon mehrere Wochen dauern kann, besonders bei großen Bahnhöfen, werden die einzelnen Züge zu sogenannten Zugtemplates zusammengefasst, welche mehrere Züge mit dem gleichen Laufweg erstellen können. Dadurch muss nicht jeder Zug vom Zug-Designer manuell eingegeben werden. Bei Taktzügen wie bei den meisten S-Bahnen ist dies schnell gemacht, bei Zügen welche z.B. teilweise unterschiedliche Wege oder Ziele haben wird dies schon schwieriger. Desto weniger unterschiedliche Zugtemplates erstellt werden müssen, desto schneller geht die Zugserstellung auch vorwärts.
Auch dieser Schritt kann mehrere Wochen bis Monate dauern.

Tests und Freigaben

In den darauf folgenden Wochen und Monaten wird das Stellwerk von Stellwerktestern getestet. Grundsätzlich wird das Stellwerk dabei von den Testern über die gesamten 16 Stunden simulierter Zeit gespielt. Hat es nur Züge, welche über den gesamten Tag gleich fahren und immer aus den selben Zugtemplates erzeugt werden, kann der R-Admin auch entscheiden, dass nur ein Teil des gesamten Sim-Tages getestet werden muss. Entdeckte Fehler werden laufend vom zuständigen Erbauer behoben. Je nach Priorität der gefundenen Fehler müssen nach deren Behebung gewisse Zeiten oder der gesamte Sim-Tag nochmals nachgetestet werden.
Die Zeit, die die Tests benötigen, weicht je nach Komplexität des Stellwerks, Verfügbarkeit der Tester, Anzahl der im Test befindlichen Stellwerke und Anzahl sowie Priorität der gefundenen Fehler stark voneinander ab.

Nach erfolgten Tests müssen alle Zugtemplates durch die Zug-QS. Dabei werden sie auf technische Korrektheit und offensichtliche Fehler, zum Beispiel Verknüpfungen mit anderen Zugtemplates, etc. angeschaut.
Dies kann wenige Stunden bis mehrere Tage dauern. Es hängt auch davon ab, wie schwer alle verknüpften Zugtemplates zu überblicken sind, wie viele andere Zugtemplates sich in der Überprüfung befinden, wie viele Zugtemplates für das Stellwerk erstellt werden mussten und etc.

Als letztes müssen noch kleinere Tests im Onlinesystem durchgeführt werden, da dieses vom Testsystem, in welchem die Stellwerktester das Stellwerk spielen, in einigen Punkten abweicht. Schließlich kann eine Sichtbarsetzung beantragt werden. Die Admins werfen dabei einen letzten prüfenden Blick auf das Stellwerk, nach welchem teilweise noch ein paar Schönheitsfehler verbessert werden müssen / können und endlich ist ein weiteres Stellwerk für Euch spielbar.

Fazit

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die Erstellungszeit eines Stellwerks von sehr vielen Faktoren abhängt. Während einfache Stellwerke in Zeiten, zu denen die richtigen Personen anwesend sind, innerhalb einer Woche schon fertig sein kann, so können es schnell auch Monate oder fast Jahre werden, bis ein Stellwerk den Weg von der Planungsphase bis zur Sichtbarsetzung hinter sich gebracht hat.

Fehlermeldungen für Züge und Anlagen

Sobald der R-Admin der Region oder der Erbauer des entsprechenden Stellwerks eure Fehlermeldung im Forum entdeckt, wird nach dem Fehler gesucht. Damit die entsprechenden Personen den Beitrag auch lesen, sollte bereits im Thementitel ersichtlich sein, um welches Stellwerk und evtl. Region es sich handelt. Ebenso ist ein kurze Beschreibung des Problems hilfreich. Das Problem kann, wenn der Ort des Problems genau beschrieben bzw. mit einem Screenshot illustriert wurde, meist schnell gefunden und behoben werden. Anschliessend wird das Stellwerk schnellstmöglich von einem Admin geupdatet.

Bei Problemen mit Zügen ist dies etwas komplizierter. Nur wenn der Zugname, bzw. Nummer und die zu befahrende Strecke (zumindest im Stellwerk) bekannt ist, kann die Suche auf einige Zugtemplates eingegrenzt werden. Je nachdem, wie viele ähnliche Zugtemplates in dem Stellwerk vorhanden sind, müssen dann mehr oder weniger viele dieser nach möglichen Fehlerquellen abgesucht werden. Wurde ein Fehler gefunden, wird dieser korrigiert. Im Testsystem wird getestet, ob der Fehler immer noch besteht oder ob evtl. mit der Änderung neue Probleme entstanden sind. Ist dies nicht der Fall, kann das Zugtemplate in die Qualitätskontrolle geschickt werden, wo die technische Richtigkeit nochmals kontrolliert wird. Wurde das Zugtemplate freigegeben, ist der Fehler im Sim aber noch nicht behoben. Ins Aktivsystem, in dem sich alle Züge befinden die die Spieler zu Gesicht bekommen, wird das Zugtemplate und damit der gemeldete Zug erst durch den Zugscriptlauf während der täglichen Wartungspause ca. um 4 Uhr integriert.

Systemtechnische Fehlermeldungen

Nachdem eine Fehlermeldung gemacht wurde, wird im Hintergrund sofort nach der Quelle gesucht, auch wenn ihr auf die Meldung evtl. nicht direkt eine Antwort erhaltet. Der Fehler wird schnellstmöglich behoben oder die fehlerhafte Funktion deaktiviert und bis zur Wiedereinführung nochmals umprogrammiert und getestet (Sollte eine fehlerfreie Integration nicht möglich sein, kann eine Funktion auch wieder verworfen oder an die Seite gelegt werden).

Ideen zu neuen Funktionen

Wenn jemand im Forum eine neue Idee hervorbringt, um den Sim zu erweitern und verbessern wird parallel zum öffentlichen, von euch erstellten Thread, einer im Entwicklerbereich erstellt. Darin wird parallel die Machbarkeit diskutiert sowie eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt. Meist habt Ihr dabei noch nicht einmal bemerkt, dass die Entwickler eure Idee gesehen haben. Treten Fragen auf, wie z.B. die Funktion genau aussehen soll oder wo sie untergebracht werden soll, werden diese im öffentlichen und / oder im internen Forum gestellt.

Geht die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht auf, oder ist es im aktuellen System nicht möglich die Idee umzusetzen, wird sie verworfen, andernfalls ein Case dazu angelegt. Bei einfachen Ideen, die direkt Zustimmung erhalten, werden unter Umständen die vorigen Schritte übersprungen und es wird direkt ein Case angelegt. Irgendwann später (mit etwas Glück nur wenig später, es kann aber auch schon mal länger dauern) wird der Case von einem zuständigen Entwickler bearbeitet und erst dann geht es mit den folgenden Schritten weiter. Wie schnell es weiter geht, hängt immer von der Verfügbarkeit der Entwickler ab (nicht vergessen, dies ist immer noch ein Freizeitprojekt).

Einfache Änderungen werden nach der Programmierung direkt Top-Of-Tree eingecheckt und kommen bereits nach kurzen Tests durch die Entwickler und evtl. die Systemtester und / oder dem Technischen Support ins aktive System. Bei komplizierten Änderungen sind natürlich noch weitere Schritte und vor allem aufwändigere Tests notwendig. Dabei wird als erstes ein Branch erzeugt, in welchem die Änderungen landen, um in mehreren Zyklen getestet und evtl. korrigiert zu werden.

Erst wenn die Änderung als komplett und fehlerlos befunden wird, wird sie Top-Of-Tree wieder zurück ins System integriert, um anschließend im kompletten System nochmals ausgiebig getestet zu werden.
Wenn nötig wird für fehlerlose Änderungen, welche in den nächsten Tagen erscheinen, für das Handbuchteam ein Case erstellt und der Entwickler-Case geschlossen. Das Deploymentsystem erkennt automatisch, welche Commits und Cases einander blockieren und gibt die maximal mögliche Version für das aktive System frei. Bis eine Änderung online geht, kann es von der Idee bis zum fertigen, integrierten Feature auch schon mal Jahre dauern.

Anregungen zum Handbuch

Wird im Forum ein Fehler oder ein fehlender Abschnitt im Handbuch gemeldet, gibt es mehrere Möglichkeiten. Wird die Anregung als erstes vom Handbuchteam entdeckt und ist sie schnell erledigt, wird dies meist direkt geändert. Für komplexere Änderungen und Neuheiten wird ein Case erstellt, welcher je nach Anwesenheit, Priorität und Wissensstand von einem Autoren übernommen wird. Alle größeren Änderungen werden im Forum bekanntgegeben, für das Erbauer-Handbuch findet dies dabei im Internen Forum statt.